Grenznahes Gedenken – Einweihung einer Gedenktafel für die Zwangsaussiedlungen in Dömitz

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Am Donnerstag, dem 17. September 2026 laden wir Sie herzlich ab 10 Uhr an und in die Johanneskirche am Slüterplatz in Dömitz ein, mit uns eine Gedenktafel für die Opfer der Zwangsaussiedlungen 1952 und 1961 feierlich einzuweihen. Diese wird ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen setzen und an die Menschen erinnern, die durch die grenzpolizeilichen Maßnahmen der DDR ihrer Heimat beraubt wurden.

Mit der Einrichtung der Sperrzone auf Seiten der DDR begannen an der innerdeutschen Grenze systematische Vertreibungen, die über 11.000 Menschen betrafen. Bei der Aktion „Grenze“ am 6. Juni 1952 wurden allein in Dömitz 228 Menschen ohne rechtliche Grundlage über Nacht gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. In Güterwaggons wurden sie nach Güstrow verbracht. In den Aufnahmedörfern streuten Behörden gezielt das Gerücht, es kämen Schwerverbrecher, um die Familien gesellschaftlich zu isolieren.

Am 3. Oktober 1961 wiederholte sich das staatliche Unrecht. Bei der Aktion „Osten“ wurden im damaligen Kreis Ludwigslust weitere 78 Menschen per LKW zwangsausgesiedelt. Den Betroffenen blieben nur sechs Stunden zum Packen – zynisch legitimiert mit dem Befehl, die Sperrzone „zum eigenen Schutz“ verlassen zu müssen.

Die Umstände dieser Vertreibungen waren derart entwürdigend, dass viele Betroffene ihr Schicksal jahrzehntelang verschwiegen. Tief in ihrer Würde verletzt, litten die Familien nachhaltig unter Entwurzelung, Ausgrenzung und Misstrauen.

Die Gedenkveranstaltung wird an der Gedenktafel mit Grußworten und Ansprachen eingeleitet, unter anderem von der in Dömitz aufgewachsenen Inge Bennewitz, die sich seit 1990 unermüdlich für die Aufarbeitung dieses Unrechts einsetzt.

Um den Dialog der Generationen zu fördern, wird sich eine spannende Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Schülerinnen und Schülern des Fritz-Reuter-Schulzentrums in der Johanneskirche anschließen. Bei einer Gedenkminute wird sich die Gelegenheit bieten, die Betroffenen mit der Niederlegung von Blumen und Gestecken zu ehren.

Der Ausklang mit einem kleinen Imbiss wird danach Raum für den persönlichen Austausch bieten und das Gedenken würdig abrunden.

Die Gedenktafel wird finanziell gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern und die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG e. V.).

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und ein würdiges gemeinsames Erinnern!

Pressemitteilung des UOKG e.V., Sebastian Sachse, vom 4. September 2026

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